In deutschen Geschäftsbriefen und E-Mails wird „Bezug genommen“, etwas „in die Anlage“ gelegt, „in Kenntnis gesetzt“ und „zur Verfügung gestanden“ und das alles meist „wie bereits besprochen“. Ein Plädoyer für bessere Briefe.
Kurz vor Weihnachten an der Supermarktkasse: Ich bin zu langsam und das Obst, die Wurst und Joghurts der nächsten Kundin vermischen sich auf dem Band mit meinen Einkäufen. Ich entschuldige mich. Die Dame sagt: "Nur keine Hektik". Sicher gut gemeint, doch solche Äußerungen sind alles andere als motivierend.
In einem Interview auf ZEIT ONLINE empfiehlt der Rhetorikexperte Thilo Baum, in E-Mails statt "Ich sende Ihnen ..." besser "Sie erhalten ..." zu schreiben. Textwende erhebt Einspruch.
Spiele lockern Seminare stets auf. Eines meiner Lieblingsspiele: Floskel-Bingo. Dieses Spiel kann man auch gut im Büroalltag spielen ... Vereinbaren Sie mit einigen Kollegen, bei den Briefen und E-Mails, die Sie erhalten, auf die Formulierungen zu achten.
Warum mögen wir bestimmte Wörter und andere nicht? Und was sagen unsere Wort-Vorlieben und -Abneigungen über uns aus? Im 360-Grad-Blog finden Sie eine Liste mit Wörtern, die häufig verwendet werden, obwohl sie "einfach doof sind, unschön klingen, zu modisch oder zu abgedroschen sind". Die Blog-Betreiberinnen bieten Alternativen für diese Wörter und fordern alle auf, die Liste zu erweitern.
Ob typische Formulierungen wie "Bezug nehmend auf" oder "wie mit Ihnen besprochen" den Kunden ärgern, erfährt man in der Regel nicht. Schade eigentlich - wie diese kleine Geschichte zum Schmunzeln zeigt.
Ich liebe Redewendungen: Sie sind kurz und prägnant und in der Geschäftskorrespondenz ein wirklicher Hingucker. So ersetze ich zum Beispiel gerne die Floskel "Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung" durch: Bitte rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben. Wir stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Die meisten Briefe und E-Mails beginnen immer noch mit "Bezug nehmend auf" oder "Wie mit Ihnen besprochen" - beide Floskeln sind nicht nur langweilig, sie hinterlassen beim Leser oft auch ein ungutes Gefühl. Denn der erste Satz eines Briefes (einer E-Mail) ist für den Leser (die Leserin) stets ein Beziehungssatz:
Lieben Sie Füllwörter wie "eigentlich, fraglos, demgegenüber usw."? Dann sollten Sie nach dem Schreiben prüfen, ob nicht zu viele solcher Wörtchen Ihren Text aufblähen.
In den Leitlinien der Unternehmen wird der Kunde heute nicht mehr als König und selbstverständlich auch nicht als Bittsteller definiert. Das Schlüsselwort in allen Texten zur Corporate Identity lautet "Partnerschaft". Das schlägt sich natürlich auch in der Korrespondenz nieder. In Briefen begegnen mir oft ominöse Ansprechpartner: