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Schreibtipps

6 Ideen, wie Sie Ihre Leser immer wieder für ein Thema begeistern

Quälen Sie sich auch, wenn es "mal wieder so weit ist“? Zum gefühlt hundertsten Mal müssen Sie die Quartalszahlen anteasern oder zu einer Veranstaltung einladen? Mit diesen Tipps fällt Ihnen das Schreiben solcher Texte leichter.

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1. Liefern Sie Inhalte

In Filmen, die in den 30er Jahren spielen, sieht man hin und wieder einen Zeitungsjungen. Der läuft mit einer dicken Tasche durch die Straßen, schwenkt eine Zeitung und macht lautstark auf sich aufmerksam. Keiner der Jungs schreit: „Die neueste Ausgabe des Abendblatts wurde soeben gedruckt“? Nein, der Zeitungsjunge will verkaufen. Deshalb brüllt er die Schlagzeile der ersten Seite in die Welt: „Börse kurz vor dem Crash“ oder „Jetzt gibt es Neuwahlen“.  Erst danach folgt der diskrete Hinweis „Alles dazu jetzt im Abendblatt“.

Wir können viel von diesen Jungen lernen – auch, wenn wir keine reißerischen Schlagzeilen zu verkünden haben. Die Lehre lautet: Liefert Inhalte! In Intranets, Mailings oder in Social-Media-Tweets wimmelt es jedoch nur so vor Floskeln.

Streichen Sie diese Vorreiter:

Es ist wieder so weit.
Auch in diesem Jahr …
Alle Jahre wieder …
Wie schon im vergangenen Jahr
Schon zum 10. Mal …
Wie bereits angekündigt …
Wie Sie wissen …
Gerade online gegangen …

Formulieren Sie stattdessen eine Schlagzeile!

Sie glauben, die gibt es bei Ihrem Thema nicht? Oft sind wir nur betriebsblind. Fragen Sie sich:

  • Was ist anders als die Male zuvor?
  • Gibt es einen spannenden Fakt, eine überraschende Zahl?
  • Ist der Ort, die Zeit, ein Teilnehmender oder das Thema besonders interessant?

Viel zu oft sind Texte zu oberflächlich. Das jährliche Seminarangebot soll angeteasert werden? Dann starten Sie mit einem Fakt, den es nur in diesem Jahr gibt: Das kann ein aktuelles Seminarthema sein, die große Anzahl an Seminarangeboten, ein namhafter Trainer und vieles mehr.

Oft finden sich gleich mehrere interessante Aspekte. Bringen Sie im Teaser aber nur einen.
So haben Sie noch Futter für einen spannenden Einstieg in den Fließtext.

 

 

2. Verzichten Sie auf eine Ankündigung

Dies ist eine wichtige Ergänzung zu Punkt 1: Liefern Sie nur Inhalte, die für den Leser tatsächlich ein Mehrwert sind.

Beispiel: Seit dem Update gibt es für eine Software eine neue Maske. Müssen Sie die Nutzer im Intranet oder Internet darüber informieren? Nein! Denn diese Maske ist nur für diejenigen interessant, die die Software nutzen – und auch nur in dem Moment, in dem sie sich darauf einwählen!

Viel zu viele Texte im Intranet, aber auch im Internet, E-Mails oder Briefen sind für den Leser nur eins: Ballast.

Vor allem wiederkehrende Themen werden viel zu selten hinterfragt. Prüfen Sie genau, ob Sie überhaupt darüber berichten müssen! Oder ob Sie Ihren Text nicht nur an der Stelle platzieren, wo die Zielgruppe einen Mehrwert spürt. Wann benötigt der Leser die Information? Wozu? Weiß er, wo er diese bei Bedarf findet?

 

 

 

3. Sprechen Sie die Zielgruppe an

Sie haben gründlich über Idee 1 und 2 nachgedacht und finden keinen neuen, interessanten Aspekt? Auf eine Ankündigung können Sie jedoch nicht verzichten?

Nutzen Sie Schlüsselbegriffe in der Headline:

Nur für unsere IT-Spezialisten: Die aktuellen …
Wertvoll für alle, die …. (Zielgruppe beschreiben)
Damit Sie schnell entscheiden können …
Expertenwissen für Kundenberater: Die neuesten …
Jecken aufgepasst: …

Von solchen Begriffen wird die jeweilige Zielgruppe magisch angezogen – selbst, wenn sie das Thema kennt.

Denn zum einen wollen wir nichts verpassen und zum anderen fühlen wir uns wertgeschätzt, wenn man uns in unserer Rolle wahrnimmt.

Spielen Sie verschiedene Varianten bei der Zielgruppenansprache durch. Sie werden erstaunt sein, wie viele Möglichkeiten es gibt.

 

 

4. Binden Sie Ihre Leser ein

Fordern Sie Ihre Leser ab und zu doch einmal heraus. Verschaffen Sie sich Aufmerksamkeit, in dem Sie zum Thema:

  • ein Rätsel stellen,
  • einen Fehler einbauen (und danach suchen lassen),
  • Feedback einfordern,
  • ein Gewinnspiel initiieren.

All das kann funktionieren – muss aber nicht. Doch hier gilt: Ausprobieren!

Wenn viele bei Ihrem Rätsel mitmachen, können Sie beim nächsten Mal ein weiteres Rätsel bringen und damit die Aufmerksamkeit von Mal zu Mal steigern.

 

 

5. Erzählen Sie Geschichten

Das Grundbedürfnis des Menschen ist teilzuhaben. Trockene, immer wiederkehrende Fakten können wir deshalb auch durch „Entstehungs-Geschichten“ aufpeppen.

Liefern Sie Ihren Lesern "buntes" Hintergrundwissen: Wer stellt die Zahlen jeden Monat zusammen? Wer macht was? Gibt es ein neues Gesicht?

Liefern Sie Fotos oder eine kurze, knackige Geschichte:

Montags ist für Walter Hahn „xxx“-Tag. Dann stellt er für Sie xxx zusammen.

Schreiben Sie jedoch nicht:
Wir möchten Ihnen diesmal vorstellen, wie unsere Kolleginnen und Kollegen jedes Mal xxx ...

 

 

 

6. Ändern Sie das Layout

Regelmäßige Informationen sollten stets gleich aufgebaut sein – damit sich die Leser schnell orientieren können. Das heißt aber nicht, dass das Layout komplett unverändert bleiben muss.

Ändern Sie zum Beispiel die Farbe: Präsentieren Sie die Liste mal in Grün, dann in Rot oder in Blau.

Sie werden staunen, welchen Effekt dies auf die Aufmerksamkeit hat. Im Teaser können Sie darauf sogar eingehen: Die Quartalszahlen - diesmal in knallgelb.

Sie müssen sich an strenge Corporate-Design-Vorgaben halten?
Dann nutzen Sie das Deckblatt und liefern hier jedesmal ein anderes Foto oder O-Tönen von Kolleginnen oder Kollegen.

 

 

Fazit

Es gibt viele kreative Wege, wiederkehrende Themen abwechslungsreich aufzubereiten.

Der leichteste Weg ist die Idee 1: Bringen Sie Inhalte an die Oberfläche. Picken Sie sich einen Aspekt heraus: Sie können diesen auch mit etwas vergleichen, eine Frage dazu stellen oder in einen aktuellen Zusammenhang bringen. Das kostet zwar etwas Zeit, ist aber deutlich wirkungsvoller!

Und macht auch viel mehr Spaß beim Schreiben.

Ania Dornheim

... ist seit fast 20 Jahren als Texterin, Trainerin, Coach und Kommunikationsberaterin aktiv. Sie begeistert sich besonders für knifflige Aufgaben: Wie z. B. wird aus einem trockenen Thema ein lebendiger Text? Und wie überzeugt man Fachabteilungen davon, dass Texte lebendig sein müssen?   

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