Aus unseren Seminaren

Die Geschichte vom Blinden und vom Texter

Unsere Lieblingsgeschichte für den Start eines Schreibseminars.

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Ende April in München. Die ersten warmen Tage an diesem Jahr. Der Englische Garten ist ein einziges buntes Blumenmeer, Tulpen und Narzissen blühen unter hunderten von rosafarbenen Kirschbäumen. Seit einigen Tagen steht am Rande des Parks ein alter Mann und bettelt. Um seinen Hals hat er ein Schild gehängt auf dem steht: „Helft dem Blinden“.

Doch die Menschen hetzen an ihm vorbei. Nur wenige Münzen liegen in seinem Hut. Jeden Mittag geht ein Texter, der in der Nachbarschaft arbeitet, am Park entlang. An diesem Tag bleibt der Texter stehen und bittet den Alten, ihm das Schild zu reichen. Der Texter dreht das Schild um, schreibt etwas darauf, und hängt es dem Bettler wieder um. Dann geht er weiter.

Am Abend auf dem Heimweg schaut der Texter wieder beim Blinden vorbei. In seinem Hut sind reichlich Münzen und er spricht den alten Mann darauf an. Als der Bettler realisiert, wer vor ihm steht, fragt er: Was haben Sie auf mein Schild geschrieben, Mann. Ich habe noch nie so viel Geld bekommen“. Der Texter lächelt und liest ihm vor:
Heute ist ein wunderschöner Tag. Ich wünschte, ich könnte ihn sehen.

Quelle: unbekannt

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