Digitalisierung

Ein Jahr und hunderte Webinare weiter: Sabines persönliche Bilanz

Online rockt – das kann ich nach einem Jahr mit Online-Formaten nur bestätigen. Nahezu täglich schule ich seitdem bis zu 14 Personen live. Vieles funktioniert im Online-Format sogar besser als in Präsenz. Natürlich fehlt auch manches, gerade bei heterogenen Gruppen. Wir von textwende haben viele Formate getestet und arbeiten mit unterschiedlichen Konferenzsystemen. Dabei haben sich für uns einige Erfolgsfaktoren gezeigt:

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Mehrere kleine Häppchen bringen mehr als ein großer Happen

Wir teilen unsere Workshops in Zeitfenster von maximal 3 Stunden ein. Den Stoff eines Tagestrainings verteilen wir zum Beispiel auf 2 x 3 Stunden. Dazwischen gibt es immer eine Ausprobierphase – zum Teil unterstützt von einem E-Mail Coaching. Das ist deutlich nachhaltiger als ein kompletter Tag. Wenn die Teilnehmer*innen das Gefühl haben, dass die Zeit wie im Flug vergeht, haben wir alles richtig gemacht.

Bei der Schreibwerkstatt treffen wir uns über mehrere Wochen regelmäßig. Hier begleiten wir die Gruppe sogar zu zweit und bringen so noch eine andere Dynamik rein. Ein Format, das wir in Präsenz gar nicht durchführen könnten, denn der Reiseaufwand wäre viel zu groß.

Teilnehmeraktivierung geht mit Kamera deutlich einfacher

Nicht überall ist es Standard, dass sich alle Teilnehmer*innen mit Kamera zuschalten. Ich motiviere alle im Vorfeld dazu, dies zu tun und schicke vorher zum Beispiel kleine Videos von mir rum, um Hürden abzubauen. Und damit sie sehen, dass bei mir auch nicht alles perfekt im Home-Office ist. Es tut so gut, zwischendurch mal in Gesichter zu schauen und daraus abzulesen, wie die Stimmung ist. Gerade wenn nicht alle dem Workshopthema aufgeschlossen gegenüberstehen, ist die Kommunikation mit Bild und Ton deutlich einfacher. Interne Teams sind da gegenüber mir als Externe im Vorteil, denn die kennen sich untereinander schon. Für mich sind oft alle neu.
Übrigens duzen wir uns in fast allen Online-Workshops – auch eine Möglichkeit, um Distanz abzubauen. Auch mit Kunden aus traditionellen Branchen wie Banken und Versicherungen.

Tools wie Whiteboards und Umfragen bringen Abwechslung

Ich liebe das Padlet. Das ist unsere Wand für den Austausch, hier stehen Unterlagen und Tipps zum Download und wir können gemeinsam am Texten arbeiten. Das Tool ist intuitiv bedienbar und daher auch für Gruppen geeignet, die bisher mit so etwas gar nicht arbeiten. Zwischendurch nutze ich auch immer den Chat, um mal schnell ein Feedback einzuholen oder die Stimmung abzufragen. Für kleine Umfragen setze ich Menti ein, das können die Teilnehmer*innen auch per Handy aufrufen. Ist auch mal ganz schön, ein anderes Medium zu nutzen.

Gerade Online ist der Austausch zu Beginn total wichtig, damit nicht alle schon am Anfang in eine Konsumhaltung verfallen. Jeder darf mich auch während des Workshops unterbrechen – nur so kann ich schnell auf Einwände eingehen und Alternativen aufzeigen.

Wundertüte Technik – Ruhe bewahren

Da ist plötzlich der Chat in Teams weg, das Headset funktioniert nicht, Teilnehmer fliegen aus der Besprechung raus oder das Bild flackert. Shit happens – und mittlerweile sehe ich das total gelassen. Fliege ich mehrfach aus der Runde raus, wähle ich mich einfach wieder ein und mache da weiter, wo ich aufgehört habe. Da hilft die Routine ungemein, denn mittlerweile ist alles schonmal irgendwann passiert. Und am Ende immer gut ausgegangen, denn bisher mussten wir noch keinen einzigen Workshop abbrechen.

Gruppenräume sind echt klasse, aber leider nicht bei jeder Technik zu haben. Allerdings geht es nirgends so einfach wie in Zoom. Leider können wir die Technik nur in wenigen Unternehmen einsetzen. Die Teams Breakout-Räume haben da noch Luft nach oben, aber wir sind ja schon happy, dass es diese Funktion jetzt auch dort gibt.

Inspirationen für die Online-Formate haben wir von textwende uns in Weiterbildungen geholt – zum Beispiel auf dem Online-Trainer Kongress aber bei der Splendid Akademie. Da gibt es auch klasse Online-Formate, die ganz viel Input geben. Danke dafür an Gert Schilling und Bettina Ritter-Mamczek.

Alles in allem viele gute Erfahrungen – und ganz viel tolles Kundenfeedback. Viele Inhalte werden wir auch zukünftig nur noch im Online-Format anbieten. Und einige unserer Kunden stellen sogar komplett um – wer hätte das vor einem Jahr gedacht.

Natürlich gibt es auch Inhalte, für die ich mir Präsenzveranstaltungen wünsche. Wie Kick-off-Workshops und Formate, bei denen gemeinsam etwas entwickelt wird. Da kann ich in Präsenzformaten alle Teilnehmenden deutlich leichter einbinden und Stimmungen erspüren. Und ich bin flexibler, denn da kann ich mal schnell etwas auf dem Flipchart skizzieren. Kommt bestimmt wieder – irgendwann…

Online wird bleiben und auch zukünftig ein großer Teil unserer Arbeit sein. Wir rocken weiter…

Sabine Krippl

 ... fragt gerne kritisch nach: Vermittelt ein Text eine klare Kernbotschaft? Begeistert er die Leser? In Sabines Trainings geht es nicht nur um Schreibtechniken - Denkprozesse ändern sich. Seit mehr als 20 Jahren ist sie als Trainerin, Kommunikationsberaterin, Coach und Texterin unterwegs.

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  • user
    Helga

    Liebe Sabine,


    nur weiter so, die Tools werden auch immer besser, Allein bei Zoom habe ich es innerhalb eines Jahres bemerkt. Nach zwanzig Jahren online Konferenzen, damals nur mit Telefon, sehe ich den Fortschritt in den letzten 10 Jahren. Im vergangen Jahr gab es einen deutlichen Sprung nach Vorne. Das liegt sicherlich ganz entscheidend auch an Teams wie Euch.


    Viele liebe Grüße


    Helga