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Interne Kommunikation - 5 Lehren aus Corona

"Es ist verrückt, aber offenbar haben wir die Corona-Krise gebraucht, um wieder zueinanderzufinden." So berichtete es uns eine Kundin letzte Woche. Vor Corona war die Kommunikation in ihrem Unternehmen ziemlich einseitig – trotz großangelegtem Change-Projekt, neuem Intranet und Storytelling. Was ist da passiert? Und wie lässt sich der Schwung mitnehmen? 5 Ideen für die Zukunft

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Viele Klicks, hohe Beteiligung und positives Feedback: Das ist, wovon Kommunikator_innen träumen. Und was sie in normalen Zeiten eher selten erhalten. Da redet man sich den Mund fusselig, sucht nach spannenden Themen, mitreißenden Headlines, fordert zum Mitmachen auf – und erntet doch gepflegte Langeweile. Und plötzlich ist die Krise da, und alle machen mit, diskutieren, haben Ideen, sagen Danke für jede Info, die sie erhalten. Schön! Aber auch ein wenig frustrierend. Doch vielleicht lässt sich der Schwung ja mitnehmen und wir alle bleiben auch nach Corona im Gespräch.


Die Lust auf Information

Momentan ist nichts sicher – und vieles ungewohnt. Klar, dass die Aufmerksamkeit der Kolleg_innen steigt. Wer es schafft, dass sich jetzt alle gut informiert fühlen, kann davon auch nach der Krise profitieren.

Idee 1: Intranet, Wissensdatenbanken und Dateien ausmisten, sobald der Sturm sich legt!

Schmeißt alles raus, was sich durch Corona erledigt hat. Stellt weniger wichtige Infos im Intranet inaktiv. Wer die Info braucht und nicht findet, wird sich melden. Reduziert euch auf das Nötigste. So fühlt sich die Zeit nach Corona für alle wie ein Neuanfang an! Und ihr haltet die Aufmerksamkeit hoch.

Wir erleben Nähe in der Distanz

Floskeln haben ausgedient und über alle Hierarchie-Ebenen hinweg kommuniziert sich´s viel lockerer. Kein Wunder: In Meetings trifft man sich virtuell in der Küche oder im Wohnzimmer, Kinder sind im Hintergrund zu hören und die Katze sitzt vor der Kamera. Und jeden Freitag schreibt der Vorstand einem "persönlich" und liefert einen Lagebericht. Corona bringt uns in der Distanz näher. Verrückt!

Idee 2: Bringt auch in Zukunft Homestories und führt jetzt das lockere Du im gesamten Intranet ein.

Klar, es wird nicht einfach sein, die Entscheidungsträger davon zu überzeugen. Doch wenn nicht jetzt, wann dann? Ein Versuch lohnt sich. Präsentiert dafür Zahlen über Klicks und Beteiligung und zeigt deutlich auf, dass die lockere Atmosphäre über Chats etc. zu mehr Interaktion geführt hat.

Wenn´s sein muss, sind alle agil

Schnell reagieren – in der Krise kein Thema! Vorher hingegen schon. Da gab´s Ideen, Meetings, Protokolle, oft jedoch kein zählbares Ergebnis.

Idee 3: Den inneren Schweinehund  austricksen und mutig bleiben

Nutzt die Erfahrung, dass alles geht, wenn es sein muss. Auch ohne viel Absprache. Packt nach der Krise das an, was euch vor der Krise als große Hürde, als mühselig oder auch lästig erschien. Setzt euch einen festen Termin und geht mit dem gleichen "Hauptsache, es läuft irgendwie" dran. Feiert eure Erfolge!

In der Krise gibt es weniger SAKs® und FAKs®

Wer in unseren Trainings war, kennt die beiden: Der SAK® jammert viel und fühlt sich nicht gesehen. SAK® steht für "die/der sensibelste anzunehmende Kollege/Kollegin (oder Kunde_in, aber das nur nebenbei). Er bzw. sie ist enttäuscht und skeptisch.

Der FAK® meint den "fiesesten anzunehmenden Kollegen" (natürlich auch die Kollegin). FAks® drehen einem gern das Wort im Mund herum und freuen sich über jeden kommunikativen Fehler. Sie ziehen SAKs® auf ihre Seite und vermiesen die Stimmung. In Normalzeiten steuern beide Gruppen unbewusst die Kommunikation. Mehr über unser SAK/FAK®-Modell erfahren.

Doch in Krisenzeiten werden bestehende Vorurteile und Alltagsfrustrationen neu bewertet. Unternehmen können neu beweisen, dass sie es mit "ihr seid uns wichtig" ernst meinen.
Euch gelingt das momentan gut? Super, dann könnt ihr mit Idee 4 eine Rakete zünden:

Idee 4: Holt jetzt ein Feedback zur "Vor-Coronazeit" ein. Lasst jetzt alles zu – bestätigt, wenn vorher etwas nicht super lief.

Versprecht nicht, dass alles besser wird! Lasst die Dinge einfach stehen (sie sind ja jetzt sowieso anders). So löst ihr SAK®-Strukturen im Unternehmen auf. Und ohne SAKs® haben auch FAKs® es schwerer.

Schluss mit Rosarot!

Kommunikation gelingt, wenn sie stimmig ist. Wenn beide Seiten zuhören und auf den anderen reagieren. In vielen Unternehmen war die interne Kommunikation vor der Krise das Sprachrohr der Geschäftsleitung. Und verdammt zu Lobpreisung: Berichte von "spannenden" Veranstaltungen, bei denen die Stimmung eher mau war. Oder fehlende Antworten auf Fragen, die im Flurfunk kursierten. Eine Folge davon sind die oben beschriebenen SAK®- oder FAK®-Strukturen.

"Schluss mit Rosarot" meint nicht, dass wir ab jetzt alles schwarzmalen müssen. Ganz im Gegenteil: Optimismus braucht es nicht nur in der Krise, sondern auch danach. Die Regeln für gute Krisenkommunikation sollten einfach auch danach gelten:

Idee 5: Beschreibt Situationen  ehrlich – und entwerft gleichzeitig ein realistisches, positives Bild für die Zukunft.  

Das ist der schwierigste Part. Hier hilft folgende Frage: Wenn alle meine Empfänger SAKs® oder FAKs® wären – wie würde ich sie dann ansprechen? In der Krise habt ihr alle unbewusst genau so agiert und entsprechend anders kommuniziert und zum Beispiel weniger Adjektive verwendet.

Und zum Schluss noch eine Idee in eigener Sache: Sobald ihr merkt, dass die Kommunikation wieder einseitig wird, sich wieder gepflegte Langeweile einstellt, meldet euch. Wir helfen euch gern, den Schwung aufrechtzuerhalten.

Ania Dornheim und Sabine Krippl

führen gemeinsam die Agentur Textwende. Sie unterstützen Kommunikatoren mit Strategien, Tools, Trainings und Texten. Unser Motto: Gewinne schreiben! Businesstexte sind keine Geschmackssache. Sie sind Werkzeuge, mit denen Sie viel erreichen können. 

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