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"Kommunikatoren müssen Vorbilder im agilen Arbeiten werden"

Willkommen bei Textwende: Unsere neue Kollegin, Ruth Jaworowicz, bringt viel Know-how als Kommunikationsberaterin und agiler Coach mit. Im Schreibgespräch stellt sie sich vor.

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Ruth, du hast 14 Jahre bei einer großen Direktbank gearbeitet. Deine Expertise hat uns begeistert - vor allem deine Erfahrung mit agilen Projekten. Glaubst du, dass wir in naher Zukunft alle agil arbeiten werden? 

Ruth (schmunzelt): Aktuell streckt ja jeder die Fühler in Richtung Agilität aus und möchte unbedingt „dabei sein“ – meist ohne zu hinterfragen, was Agilität in der Konsequenz bedeutet.

Kundenanforderungen und Rahmenbedingungen ändern sich heute so rasant, dass es ohne hohe Flexibilität und schnelle Reaktion nicht mehr geht. Die IT nutzt agile Methoden schon sehr professionell, in anderen Bereichen wird Agilität zwar auch propagiert, aber meist nicht konsequent umgesetzt – da gibt es noch große Potentiale. Denn agil arbeiten heißt, klassische Strukturen und Hierarchien aufzulösen, Fehler zuzulassen und konsequent aus Kundensicht zu entscheiden. Und dazu sind viele Unternehmen bzw. Entscheider noch nicht bereit. Dabei zeigt die Erfahrung, dass gerade Bereiche, an die man bei Agilität nicht sofort denkt, sehr erfolgreich mit agilen Methoden arbeiten können.

 

 

An welche Bereiche denkst du dabei?

Ruth: Zum Beispiel Führungskräfte in Veränderungsprozessen, aber auch Trainerteams oder Kommunikatoren. Sie alle sollten Vorreiter sein und für agile Strukturen kämpfen. Dafür müssen Kommunikatoren agiles Denken und Arbeiten jedoch erst einmal selbst verinnerlichen und vorleben. Bisher ist das leider nur selten der Fall. Kommunikatoren sind viel zu oft Einzelkämpfer und zugleich Erfüllungsgehilfen der Entscheider.

Ja, das ist auch unsere Erfahrung. Was meinst du, woran das liegt?

Ruth: In der Realität beginnt und endet Agilität oft mit Entscheidungen des Managements und der größeren Organisationseinheiten. Diese Entscheidungen werden dann umgesetzt, zum Teil von Kommunikatoren. Dadurch entsteht ein Gap – die reine Umsetzung kann zwar auch mit agilen Methoden realisiert werden. Allerdings ist es dann nicht mehr möglich, Optimierungen der Entscheidungen zu finden - oder gar neue Entscheidungen zu treffen. Das wurde ja vorher schon alles festgelegt.

Kommunikatoren müssen von Anfang an in Entscheidungsprozesse eingebunden sein und sie mitgestalten. Nur so können sie in Projekten notwendige Entscheidungen in Eigenverantwortung treffen – und die Zusammenarbeit aller Beteiligten optimal begleiten.

 

 

Genau dafür setzen wir uns bei Textwende ein. Doch Kommunikatoren haben einen schweren Stand. Was ist deiner Meinung nach die größte Hürde?

Ruth: Voraussetzung für agiles Arbeiten ist, dass eigenverantwortliches Arbeiten möglich ist. Dies muss auf allen Ebenen akzeptiert und gefördert werden. Dazu gehört vor allen Dingen, dass agile Teams eigene unternehmerische Entscheidungen treffen. Dies ist für alle Beteiligten eine ganz neue Erfahrung – und es gilt hier für jeden, sich über seine Rolle klar zu werden und diese auch in voller Verantwortung ausfüllen zu können und zu wollen.

Eine der größten Hürden ist dabei das „Silodenken“ in den Abteilungen - Kommunikation findet immer noch oft von oben nach unten statt, das gilt auch für Entscheidungen. Jeder Bereich entwickelt dann für diese Entscheidungen eigene Lösungen, die später nicht zu den Lösungen der anderen Bereiche passen. Das kostet viel Zeit und Geld, und es führt zu Frustration und Demotivation.

Erst wenn dieser Rahmen aufgebrochen wird, ist Agilität möglich. Nur so werden agile Teams erfolgreich arbeiten können.


Warum hast du dich für Textwende entschieden? Was reizt dich an einer Zusammenarbeit?

Ruth: Als ich euch kennenlernte, war mir sehr schnell klar: Ihr gebt Euren Kunden etwas ganz Besonderes, mit viel Herzblut. Eure Projekte sind sehr spannend und ich wusste schnell, dass sich aus dem Zusammentun von eurer und meiner Erfahrung viel entwickeln und bewegen lässt. Überzeugt habt ihr mich auch, weil ihr Textcoach-Teams ausbildet. Dass ich dabei den Ausbildungs-Part „Agiles Zusammenarbeiten“ übernehmen kann, ist für mich ein sehr großer Anreiz.

Ich habe viele Jahre Teams betreut, die mit den Kunden telefonisch und schriftlich in Verbindung stehen. In Vertrieb und Service fallen ja auch telefonisch sehr vielen Themen an. Angefangen mit der Akquise, der Beratung, dem Verkauf – bis hin zur Vertragsbetreuung. Dazu gehören dann auch mal schwierige Situationen, Beschwerden oder auch Zahlungsschwierigkeiten.

Eine gute und lösungsorientierte Kommunikation zu ermöglichen, das hat mir in Seminaren und Coachings sehr viel Freude bereitet. Und die Verbindung der mündlichen Kommunikation mit der schriftlichen ist eine größere Herausforderung, als wir uns oft vorstellen. Sprechen fällt den Menschen häufig leichter als Schreiben.

Deine Erfahrung mit Trainings in der mündlichen Kommunikation ist auch für Textwende wichtig - denn es gibt viele Schnittstellen. Wo siehst du deinen Schwerpunkt bei unserer Zusammenarbeit?

Ich bin neugierig und offen. Mein persönliches Steckenpferd ist sicher, Teams und Führungskräfte in Veränderungsprozessen zu begleiten. Sie mit Moderationen, Coachings und Teambuildings zu unterstützen.

Manchmal braucht es auch eine Plattform, um bestehende Konflikte offen anzusprechen, sie zu klären – und idealerweise auch zu lösen. Das ist mein Verständnis von Veränderungsbegleitung, immer mit dem Menschen im Fokus. Ich bin davon überzeugt, dass ein Unternehmen, das mit „offenem Visier“ arbeitet, dauerhaft erfolgreich ist und auch seine Kunden auf der richtigen Ebene erreicht.


Was glaubst du verändert sich für dich durch deinen Wechsel?

Ruth: Bisher habe ich für ein Unternehmen gearbeitet - ich kannte mich sehr gut mit den internen Strukturen aus. Nun werde ich Kunden, die aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen, in ihrer Kommunikation unterstützen. Darauf freue ich mich sehr.

Das Ziel bleibt aber das gleiche: Ich möchte Menschen mit meiner Begeisterung für Kommunikation anzustecken, sie ermutigen, neue Wege zu gehen und neue Methoden auszuprobieren

Ich reise sehr gerne und bin begeisterte Mehrsprachlerin. Deshalb wäre es klasse, wenn sich die Gelegenheit ergibt, auch mit internationalen Niederlassungen neue Wege zu gehen. Hier reizt mich besonders das Zusammenspiel verschiedener Mentalitäten und Unternehmensstrukturen.

Ania Dornheim und Sabine Krippl

führen gemeinsam die Agentur Textwende. Sie unterstützen Kommunikatoren mit Strategien, Tools, Trainings und Texten. Unser Motto: Gewinne schreiben! Businesstexte sind keine Geschmackssache. Sie sind Werkzeuge, mit denen Sie viel erreichen können. 

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