Schreibtipps

Warum nur so öde?

"Wie besprochen", "anbei sende ich Ihnen", "im Rahmen unserer" ... noch immer sind viele Geschäftsbriefe und E-Mails furchtbar langweilig und vor allem austauschbar.

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In Ulla Hahns Bestseller "Das verborgene Wort" berichtet die Protagonistin Hildegard Palm, wie sehr sie unter der Lieblosigkeit dieser Sprache leidet:

"Meine eigenen Wörter, die guten, schönen und wahren Wörter, verwandelten sich in die Wörter der Fabrik. Ein "Herr" war nicht länger ein schöner, vornehmer, männlicher Mensch, sondern ein Geschäftsmann, Holzlieferant, stiller Teilhaber. [...]

Die Fabrikwörter gewannen die Überhand. Soviel schlimmer waren sie als das Platt der Eltern, der Leute im Dorf. Sie waren fehlerlos, sachlich, nützlich und begannen, mich von meinen Büchern abzudrängen.

Bürowörter und Frau-Wachtel-Sätze, die wandhohen Reihen von Aktenordnern in der unwandelbaren Ordnung des geliebten Alphabets fraßen sich in meine Sätze, überzogen sie mit Schimmel und Rost bis sie verrotteten, erstickten wie ein Garten in immerwährendem Schatten."

Ulla Hahn, Das verborgene Wort, DTV, S. 540

Das Schattenreich im Land der Sprache: Manchmal schauen mich Menschen auch mit einem mitleidigen "Ist-dein-Job-nicht-schrecklich-öde-Blick" an (besonders Journalisten, PR-Profis oder Werber).

Standardbriefe umformulieren - das ist tatsächlich das Schattenreich im Land der Sprache. Doch auch solche Briefe können frisch und schwungvoll sein, Menschen neugierig machen und motivieren.

Und die Wirkung ist entsprechend: Unsere Kunden sind immer wieder überrascht und begeistert, wie individuell und ansprechend Terminabsprachen, Bestätigungen oder Info-Briefe formuliert sein können.

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