Groß- und Kleinschreibung bei morgen/Morgen
Seit der Rechtschreibreform schreiben wir die Tageszeiten immer groß:
Wir trafen uns gestern Abend.
Heute Mittag gibt es Erbsensuppe.
Beim Wort "Morgen/morgen" kommt es jedoch immer wieder zu Verwechslungen, da der Begriff mehrere Bedeutungen hat.
"Der Morgen" (zwischen 6:00 Uhr und 11:00 Uhr) wird großgeschrieben
Am Morgen ist es hell.
Eines Morgens blühten die Blumen.
Heute Morgen war es besonders kalt.
Gestern Morgen fiel mir das Aufstehen schwer.
"morgens" (regelmäßig zwischen 6:00 Uhr und 10:00 Uhr) wird kleingeschrieben
Ich jogge immer morgens.
Mit ihr kann man morgens nicht viel anfangen.
Wo kann ich dich morgens erreichen?
"morgen" (am nächsten Tag/Zukunft) wird kleingeschrieben
In diesem Fall ist morgen ein Zeitadverb (Umstandswort):
Sie kommt morgen früh etwas später.
Die Mode von morgen ist bunt.
Ich bin morgen Mittag zum Essen verabredet.
Achtung:
Wochentage und Tageszeiten werden seit der Reform zusammengeschrieben:
Am Dienstagmorgen habe ich einen Arzttermin.
Auch das entsprechende Zeitadverb (Umstandswort) wird zusammengeschrieben - aber klein:
Er geht immer dienstagabends zum Sport.
Wem das nicht gefällt, der kann aus beiden Substantiven ein Adverb machen:
Sie schaut mittwochs morgens immer Frühstücksfernsehen.
Ania Dornheim
ist Partnerin bei Textwende und seit über 20 Jahren als Kommunikationsberaterin, Trainerin, Coach und Texterin aktiv. Sie berät zusammen mit Sabine Krippl und ihrem Team Unternehmen bei der internen und externen Kommunikation und bildet Textcoaches aus.
Kommentare
Einen Kommentar schreiben